NUTZEN SIE NEUESTE TECHNOLOGIE
Online-Spielern stehen verschiedene Tools zur Verfügung, mit denen die Statistiken der Gegner zum eigenen Vorteil umgemünzt werden können. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, zu lernen, wie man aus diesem Vorteil während eines Sit and Gos seinen Nutzen ziehen kann.
Zur optimalen Nutzung der Software ist es wichtig, Kerninformationen identifizieren zu können.
Du hast eine „Tracker“-Software erworben und wirst nun in einfachen Schritten ihre richtige Bedienung und das Erkennen der wichtigen Informationen erlernen. Dieser Artikel stellt keine allumfassenden Ansprüche, aber er vermittelt dir eine Vorstellung, was du mit dieser Software alles anstellen kannst.
Als Erstes musst dich fragen: Darf diese Software auf meiner Lieblings-Poker-Web-Site eingesetzt werden? A priori lautet die Antwort: Ja. Aber du musst es dennoch überprüfen, denn nicht alle Web-Sites wenden diesbezüglich die gleiche Politik an. Im Allgemeinen ist nur solche Software verboten, die Entscheidungen trifft oder zu konkrete Anweisungen gibt. Die übrigen und insbesondere die hier vorgestellten sind in den meisten Online-Pokerräumen erlaubt.
Zunächst stellen wir Poker Office vor. Diese Software verbindet Effizienz mit Bedienungsfreundlichkeit. Das Programm sammelt Informationen für dich, die im Prinzip unsichtbar sind, und es erlaubt dir, online die Vorteile zu nutzen, die du „Live“ auch hättest, indem du deine Gegner direkt beobachten kannst. Zur optimalen Nutzung von Poker Office muss zunächst einmal dein Hud richtig konfiguriert werden (Option, mit der die Statistiken der von dir bespielten Tische aufgenommen werden kann). Die drei Hauptstatistiken sind:
Anzahl der gespielten Hände:
Diese Zahl weist auf die Zuverlässigkeit der gesammelten Statistiken hin. Je höher die Anzahl der gespielten Hände, desto größer wird die Datenbank und genauer die Statistik, was gleichzeitig bedeutet, dass sie glaubwürdiger wird.
Der VPIP-Prozentsatz:
VPIP ist die Abkürzung für „Voluntary Put In Pot“. Es handelt sich um die Anzahl der Hände, bei denen dein Gegner freiwillig eingezahlt hat, um weiterzuspielen und den Flop zu sehen. Für diese Statistik muss beachtet werden, ob gegen einen loosen oder einen tighten Gegner gespielt wird. Allgemein gilt, dass es sich bei einem Wert von über 30 % um einen offenen Gegner handelt und bei einem Wert von über 50 % ist es ein Donk oder aber Gus Hansen. Vorsicht!
Der PFR-Prozentsatz:
PFR steht für „Pre Flop Raise“. Diese Zahl weist schnell auf den Prozentsatz der Hände hin, bei denen der Gegner es für einen guten Moment hält, vor Ansicht des Flops eine Erhöhung zu machen. D.h., diese Zahl misst den Aggressionsfaktor des Gegners vor dem Flop.
Beim Pokern ist es ein enormer Vorteil, gegenüber einem Gegner einen „Read“ zu erhalten, wenn folgende Entscheidung ansteht: Soll ich spielen? Erhöhen? Die Karten werfen? Mit einer Kombination dieser Statistiken kannst du dir ein Profil deiner Gegner erstellen.
Wenn zu z.B. überlegst, die Wette eines schlecht postierten Gegners zu erhöhen. Du selbst erinnerst dich nicht an den Stil des anderen, aber Poker Office hat alle seine Handlungen für dich gespeichert. Über deinem Erkennungssymbol (Username oder virtuelles Bild) erscheint eine schwarze Linie mit folgender Information: 15/0/0… Jetzt weißt du, dass dein „Kunde“ während den letzten 15 Händen keinen Flop gesehen hat. Es ist ganz normal, dass du dich an diesen Gegner nicht erinnerst, denn es handelt sich um einen sehr diskreten Spieler. Auch wenn 15 Hände keine ganz repräsentativen Proben sind, solltest du unter diesen Bedingungen seiner Erhöhung wohl Glauben schenken. Zweifellos ist ein Rückzug die beste Option.
Die Hauptstatistiken:
St. Ex. Auslegung
VPIP
24,6
(Voluntary Put In Pot) Prozentsatz der Hände, in denen der Gegner Geld setzt, um den Flop zu sehen (außer Big Blind).
PFR
7,5
(Pre Flop Raise) Häufigkeit, mit der der Gegner vor Ansicht des Flops eine Erhöhung macht.
PFA
2,3
(Post Flop Aggression Factor) Misst die Aggressivität des Gegners nach einem Flop.
WTSD
31,4
(Went to Showdown) Prozentsatz der Hände, in denen der Gegner bis zum Zeigen der Karten spielt.
W$SD
48,5
(Won at Showdown) Prozentsatz der Gewinnerhände beim Zeigen der Karten.
BBS
56,8
(Big Blind Steal). Häufigkeit, mit der der Gegner eine Erhöhung macht, um Blinds zu stehlen.
BBD
66,6
(Big Blind Defense) Prozentsatz des gestohlenen bezahlten Blinds oder mit Erhöhung des Gegners.
CB
83,5
(Continuation Bet) Prozentsatz der Hände, in denen der Gegner nach Erhöhung des Preflops eine Erhöhung auf den Flop gemacht hat.
Wie können diese Daten beim Sit and Go genutzt werden?
Du spielst auf deiner Lieblings-Game-Website ein Sit and Go short handed und es bleiben nur noch 5 Spieler übrig. Die Blinds liegen bei 100,- bis 200,- €. Du bis Small Blind und hast einen Stack von 1 200,- €. Du kehrst zu K Pik und 10 Herz zurück. Der Chip limpt (zahlt für den Big Blind) 200,- € im Cut-off. Was wirst du machen?
Antwort:Mit 500,- € auf dem Tisch möchtest du den Pot holen und All-in gehen. Aber Vorsicht! Was versteckt diese vorsichtige Erhöhung des Chipleaders, der sich damit zufrieden gegeben hat, dem Big Blind zu folgen, obwohl er sich der Tiefe (oder der fehlenden Tiefe) seines All-ins bewusst war?
Wenn dir nicht mehr Informationen zur Verfügung stehen, helfen dir diese zur Entscheidungsfindung nicht viel weiter. Es kann sein, dass du eine marginale Hand mit nur einem kleinen Pärchen hältst, ein kombiniertes Ass oder eine Monsterhand, die als Showplayer entscheiden würde… Mit Poker Regeln Office oder einer sonstigen Tracker-Software kannst du mit Servolenkung oder besser gesagt mit zusätzlichem Rückspiegel spielen. Nehmen wir mal an, dass nach 200 Händen der VPIP-Prozentsatz bei 50 % und der PFR-Prozentsatz bei 10 % liegen. Die Software zeigt neben deinem Symbol auf dem Tisch (Username oder Bild) 200/50/10 an. Der Statistik nach handelt es sich eindeutig um einen loosen Spieler. Eigentlich gibt es kaum Gründe, sich Sorgen zu machen, denn es scheint, dass dieser Spieler jeden zweiten Flop sieht und sich zu 90 % damit zufrieden gibt, als erster zu setzen. Ab diesem Zeitpunkt bietet es sich an, ihn in den Rang einer ziemlich offenen Hand einzustufen. Wenn du also seinem Einsatz folgst (was sicherlich ein offener und passiver Spieler mit vielen Chips machen würde), hast du im Prinzip eine bessere Hand als er. Unter diesen Umständen bleibt keine Zeit zum Zweifeln: Man muss All-in gehen, um den Pot zu stehlen.
Wenn die Statistik des Chipleaders allerdings 200/15/12 lauten würde, hättest du die Sachlage noch einmal überdenken müssen. Einerseits bedeutet das, dass der Spieler selten All-in geht, und andererseits, dass seine Hand viel schwächer ist als der Rang seiner angenommenen Hände. Aber wie kann man das wissen? Die Zahl steht 15 für den Prozentsatz des Rangs seiner Hände. In Verbindung mit den 169 möglichen Händen im Texas Hold’em kann man davon ausgehen, dass er in einem Rang eingestuft ist, der die 26 besten Hände umfasst: 169/15/100.
DIE STATISTIKEN BZGL. UNSERES EIGENEN SPIELS HELFEN UNS GENAUSO WIE DIE BZGL. UNSERER GEGNER.
Nun, die ungepaarten König-10 ist nur die 36. mögliche Hand der Partie, QED. Diese Statistiken stellen selbstverständlich keine absolute Wahrheit dar. Dafür kommen sie ihr jedoch so nahe, dass sie bei der Entscheidungsfindung ernsthaft in Betracht gezogen werden müssen. Wenn du diese Berechnungen nicht im Kopf anstellen willst, gibt es kostenlose Software wie Poker Strove, die dies für dich anstellen. Tracker haben aber noch mehr Funktionen wie z.B. das Modul, in dem die Runden zur tiefer gehenden Analyse wiederholt werden können. Sie liefern zudem in einem anderen Aspekt interessante Statistiken, indem sie anzeigen, welche Hände den meisten Gewinn bringen oder im Gegenteil welche am teuersten sind und in welcher Position dies geschieht. Wenn du die optimale Dauer einer Session oder die Tages- oder Nachtzeit, zu der du am kompetentesten bist, bestimmen kannst, hast du fast unendliche Möglichkeiten.
INDEPENDENT CHIP MODEL
Es gibt noch andere Softwares, die sich dem Spiel Sit and Go anpassen. Es handelt sich dabei um Softwares, die auf dem berühmten Independent Chip Model basieren. Dies ist ein mathematisches Modell, mit dem der potentielle Gewinn einer Hand gemäß dem Buy-in und der sich im Umkreis befindlichen Chips in Echtgeld umgewandelt wird. Als Spieler weißt du selbst, dass es nicht dasselbe ist, seinen Chipstapel zu erhöhen und Geld zu gewinnen, da bei einem Sit and Go Turnier finanziell nur das Endresultat gilt. Da wir es hier mit komplizierten Rechnungen zu tun haben, müssen sie nicht im Kopf gemacht werden.
IM POKER IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN DEN CHIPSTAPEL ERHÖHEN UND GELD GEWINNEN IMMENS.
Die zwei am weitesten verbreiteten Softwares, die auf diesem mathematischen Modell aufbauen, sind SitNGo Wizard (70,- €) und unser Lieblingsprogramm Sit-n-Go Power Tools (57,- €). Mit ihnen kann sowohl eine vorherige Runde nachgestellt als auch die auf dem Computer gespeicherten Partien analysiert werden. Wir erklären ihre Funktionsweise anhand eines Beispiels. Du spielst ein Sit and Go mit 10,- €. Es sind mit dir nur noch 4 Spieler übrig und es gibt einen Pot von 2 200,- €, während die Blinds bei 200,- bis 400,- € liegen. Der Cut-off und der Dealer (mit jeweils 2 400,- € und 400,- €) ziehen sich zurück. Du entdeckst J Kreuz - 2 Karo im Small Blind und er weiß nicht, ob er aussteigen oder den Einsatz erhöhen soll, um den Big Blind links von ihm zu stehlen. Er hat 4 600,- €… Was solltest du tun?
Antwort: Da du weniger als 10 Big Blinds hast, kann man schnell denken, dass es sich um eine Situation handelt, in der All-in-Gehen zu einem systematischen Reflex wird. Du erhöhst, bist aber bezahlt und dein Gegner entdeckt K-J. Du schiebst logischerweise und überlegst, ob du die richtige Entscheidung getroffen hast. Letztendlich ist es vielleicht sorgsamer auszusteigen. In solchen Situationen kann eine ICM-Software helfen. Schalte das Programm ein, um diese unselige Hand einzuspeisen und seine Antwort wird Wenn bedacht wird, dass dir der Big Blind bei 20 % der besten Hände folgt, hast du einen Gesamtvorteil von 11,5 %. Das ist sehr positiv. In einem Sit and Go Turnier mit 10 Spielern gewinnst du durchschnittlich 1,15 €, wenn du in dieser Situation All-in gehst (1,15 %*10*10). 20 % der Hände stellt einen Rang dar, dieser umfasst („s“ steht für „kombiniert“, „o“ für ungepaart und „+“ für alle besseren Hände). Wenn du jetzt darauf achtest, was die Software zu diesem Beispiel sagt, wird dir klar, dass dein Gegner dir in weniger als in 30 % der Fälle folgt. D.h., dass sich dieser Schlag langfristig gesehen lohnt.
EINE SOFTWARE WIE WIZARD BIETET DIR EINE DETAILLIERTE UNTERSUCHUNG ÜBER DIE WERTBARMACHUNG JEDER EINZELNER DEINER AKTIONEN
Nun kannst du das Problem umkehren und dich zum Beispiel fragen, was für eine Hand du brauchst, um All-in zu gehen, wenn du davon ausgehst, dass dir dein Gegner in 40 % der Fälle folgt. Auch hier bietet dir die Software die Lösung auf dem silbernen Tablett. SitNgo Wizard zeigt auf, dass dein „Move“ jetzt folgende Hand erfordert: 2-2+, A-2+, R-6o+, R-2s+, D-10+ et V-10+...
Diese Softwares bieten dir solche Entscheidungsfindungshilfen Auch wenn diese Informationen nicht während des Spiels zur Verfügung stehen, kannst du nach der Analyse einer ausreichenden Anzahl an Händen schwierige Situationen abkehren und besser auf sie reagieren. Wer ernsthaft spielt und sich um eine Analyse seiner Sessionen bemüht, kommt um ein Tracker-Packet und die Software ICM kaum herum.
POKER HAND RANKING
Du spielst eine 6-handed Session (Tisch mit 6 Spielern) gegen Gegner X, dessen Hauptstatistiken nach eintausend beobachteten Händen folgende sind:
Position
Anzahl der Hände %
VP$IP %
%PFR
Bouton
875
28.80
22.17
SB
859
39.70
14.95
BB
862
25.99
9.98
UTG
430
26.05
19.07
UTG+1
711
20.96
14.91
Cut-off
826
25.67
20.82
Wenn dein Gegner als Erster in Position UTG + 2 wettet, wie kann seine Hand, mit der er diesen Move macht, so genau wie möglich eingeschätzt werden?
Folgende Schritte sind vorzunehmen:
1. Mit Poker Strove die 15 % besten Hände der Partie bestimmen (also ein PFR-Wert von ca. 14,91 %).
2. In Poker Strove ein neues Fenster öffnen, um die 21% besten Hände der Partie zu bestimmen (also ein PFR-Wert von ca. 20,96%).
3. Beide Informationen vergleichen. Wenn du sie nun subtrahierst, erhälst du ein ungefähres Hand Ranking, mit dem du in dieser Position wetten kannst.
Der Aggressionsfaktor (AF)
Wenn als vom Tracker gelieferten Statistiken separat betrachtet werden, sind sie sehr interessant. Aber um ihnen komplexere Informationen zu entlocken, müssen sie kombiniert werden. Dies belegt z.B. der Aggressionsfaktor (Aggression Factor).
Formel: AF=(%Raise + %Bet) / %Call
Zur Ergebnisauslegung werden drei Zonen abgegrenzt:
Zwischen 0 und 1: passiv
Zwischen 1 und 1,5: neutral
Über 1,5: aggressiv
Die Standhaftigkeit deines Gegners
Wie du während den Partien festgestellt hast, haben einige deiner Gegner ein komplexeres Profil als andere. Zur Identifikation der tighten und der schwächeren Spieler gibt es ein sehr zuverlässiges Statistiktool: %WSD für “Went to Showdown”. Wie schon der Name besagt, wird mit diesem Tool der Prozentsatz gemessen, in der ein Spieler eine Hand beginn





